Die Erde AG – Abteilung
Staub & Durst
Die Erde AG – Abteilung
Staub & Durst
Kurzbeschreibung
"Kaputte Zukunft – Die Erde AG hustet grau"
Kaputte Zukunft – Die Erde AG, Abteilung Staub & Durst erzählt von einer grauen, kranken Erde, auf der Wasser selten, Luft giftig und Natur fast verschwunden ist. Ein Besucher vom Mond kommt, weil er wissen möchte, ob die Erde noch zu retten ist.
Mit Humor, Ironie und einer nachdenklichen Botschaft zeigt die Geschichte, was passieren kann, wenn Arbeit, Maschinen und Bequemlichkeit wichtiger werden als Natur, Wasser und Leben.
Doch die Geschichte bleibt nicht hoffnungslos. Ein kleiner Samen, ein Tropfen Wasser und ein neuer Gedanke zeigen: Die Zukunft ist nicht endgültig kaputt. Sie braucht Menschen, die anfangen.
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Scrollt nach unten zum Dialog und lest, wie ein Besucher vom Mond auf der Erde landet, die Mitarbeiter der Erde AG trifft und herausfinden möchte, ob unsere erkrankte Erde vielleicht doch noch zu retten ist.
Viel Spaß beim gemütlichen Lesen!
Euer Team
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Kaputte Zukunft – Die Erde AG, Abteilung Staub & Durst
Anfangsbeschreibung
Willkommen auf der Erde AG.
Früher war die Erde blau, grün und voller Leben.
Heute ist sie grau, staubig und laut. Überall stehen Rohre, Schornsteine, Maschinen und Warnschilder.
Wasser ist so selten, dass man ein Glas vier Wochen vorher bestellen muss.
Bäume gibt es nur noch im Museum.
Blumen kennt man aus alten Bildern.
Und Vögel? Die stehen in verstaubten Büchern unter „früher schön“.
Die Menschen arbeiten rund um die Uhr mit Sauerstoffmasken, weil die Luft nach Rauch, Metall und Müdigkeit riecht.
Eines Tages landet ein Besucher vom Mond auf der Erde.
Er hat von der erkrankten Erde gehört und möchte wissen, ob sie noch zu retten ist.
Doch die Mitarbeiter der Erde AG wirken müde. Sehr müde.
Dialog
Der Besucher vom Mond steht vor einem großen grauen Werkstor. Über dem Eingang hängt ein Schild: „Erde AG – Abteilung Staub & Durst“. Das Schild quietscht im Wind, obwohl es gar keinen richtigen Wind mehr gibt.
Mitarbeiter 1: „Willkommen auf der Erde AG. Bitte sofort die Sauerstoffmaske aufsetzen.“
Der Besucher schaut sich um. Überall qualmt es. Der Himmel ist so grau, dass selbst Schatten traurig aussehen.
Besucher: „Ich bin doch nur zu Besuch.“
Mitarbeiter 1: „Gerade deshalb. Besucher halten ohne Maske durchschnittlich nur drei Minuten durch.“
Besucher: „Drei Minuten? Das ist ja kürzer als eine Mondpause.“
Mitarbeiter 2: „Dann kommst du wohl nicht von hier.“
Der Besucher richtet seine kleine Mondtasche und blickt vorsichtig zu den qualmenden Türmen.
Mitarbeiter 2: „Woher kommst du?“
Besucher: „Ich komme vom Mond.“
Die beiden Mitarbeiter schauen ihn an. Einer hustet in seine Maske. Der andere klopft Staub von seinem Klemmbrett.
Besucher: „Ich komme wegen eurer erkrankten Erde. Auf dem Mond haben wir gesehen, dass sie grau geworden ist. Ich möchte wissen, wie es der Erde geht.“
Die Erde unter ihren Füßen macht ein leises, müdes Geräusch.
Erde: „Hrrrch… pfff… nicht so gut.“
Der Besucher erschrickt und schaut nach unten.
Besucher: „Die Erde kann sprechen?“
Mitarbeiter 1: „Ja. Aber meistens hustet sie nur noch.“
Besucher: „Das klingt schlimm.“
Mitarbeiter 1: „Das ist es auch.“
Der Besucher geht ein paar Schritte weiter. Überall liegen Rohre, alte Schrauben, leere Wasserbehälter und Schilder mit sehr ernsten Formularnummern.
Mitarbeiter 1: „Das geht nicht mehr so leicht. Die Erde ist schwer krank. Vielleicht solltest du lieber auf dem Mond bleiben, wie immer.“
Besucher: „Aber warum komme ich dann hierher? Weil ich wissen möchte, ob ihr noch helfen könnt.“
Mitarbeiter 2: „Helfen? Dafür braucht man Zeit.“
Besucher: „Habt ihr keine Zeit?“
Mitarbeiter 2: „Nein. Wir arbeiten.“
Besucher: „Woran arbeitet ihr?“
Mitarbeiter 2 schaut auf sein Klemmbrett. Dann dreht er das Klemmbrett um. Dann wieder zurück.
Mitarbeiter 2: „Das wissen wir nicht mehr ganz genau.“
Besucher: „Ihr arbeitet, aber ihr wisst nicht mehr wofür?“
Mitarbeiter 1: „Früher wussten wir es. Dann wurden die Maschinen lauter. Und irgendwann war das Denken zu leise.“
Eine graue Wolke schiebt sich langsam über die Fabrikdächer.
Wolke: „Ich war früher weiß.“
Besucher: „Und jetzt?“
Wolke: „Jetzt rieche ich nach Schornstein.“
Besucher: „Das tut mir leid.“
Wolke: „Mir auch. Ich vermisse Regen.“
Der Besucher bleibt stehen.
Besucher: „Gibt es hier keinen Regen mehr?“
Mitarbeiter 1: „Nur selten. Und wenn er kommt, schmeckt er nach Rost.“
Besucher: „Und Wasser?“
Mitarbeiter 2: „Natürlich gibt es Wasser.“
Der Besucher bekommt Hoffnung.
Besucher: „Wirklich?“
Mitarbeiter 2: „Ja. Mit Vorbestellung.“
Besucher: „Wie lange dauert ein Glas Wasser?“
Mitarbeiter 1: „Vier Wochen.“
Besucher: „Vier Wochen für ein Glas?“
Mitarbeiter 1: „Wenn das Formular sauber ausgefüllt ist.“
Besucher: „Und wenn nicht?“
Mitarbeiter 2: „Dann bekommen Sie ein neues Formular.“
Besucher: „Und wenn ich sehr durstig bin?“
Mitarbeiter 2: „Dann bekommen Sie ein sehr trauriges Formular.“
Der Besucher schaut auf den Boden. Dort liegt ein Stück trockenes Holz hinter Glas.
Besucher: „Was ist das?“
Mitarbeiter 1: „Ein Baumrest.“
Besucher: „Wo sind die richtigen Bäume?“
Mitarbeiter 1: „Im Museum.“
Besucher: „Ihr habt ein Baum-Museum?“
Mitarbeiter 2: „Ja. Sehr beliebt.“
Besucher: „Darf ich es sehen?“
Mitarbeiter 2: „Leider nicht.“
Besucher: „Warum?“
Mitarbeiter 2: „Wegen Staubschutzmaßnahmen.“
Der Besucher runzelt die Stirn.
Besucher: „Aber ein Baum braucht doch Erde, Wasser und Luft.“
Mitarbeiter 1: „Genau. Deshalb hat es hier nicht geklappt.“
Die Erde hustet wieder. Diesmal klingt es etwas tiefer.
Erde: „Ich hatte Wälder… Flüsse… Wiesen… Tiere…“
Besucher: „Was ist mit den Tieren passiert?“
Mitarbeiter 2: „Die ungiftigen Tiere sind verschwunden.“
Besucher: „Alle?“
Mitarbeiter 2: „Leider ja.“
Besucher: „Und die anderen?“
Mitarbeiter 1: „Nur giftige Kreaturen überleben noch tief unter der Erde.“
Der Besucher tritt vorsichtig einen Schritt zurück.
Besucher: „Also lieber nicht graben?“
Mitarbeiter 1: „Sehr kluge Mondentscheidung.“
Ein altes Rohr neben ihnen beginnt zu klappern.
Rohr: „Ich transportiere Wasser.“
Der Besucher schaut erfreut.
Besucher: „Wirklich?“
Rohr: „Nein. Früher. Heute transportiere ich Geräusche.“
Besucher: „Was für Geräusche?“
Rohr: „Klong. Knarr. Hilfe.“
Mitarbeiter 2 klopft auf das Rohr.
Mitarbeiter 2: „Ruhe bitte. Wir haben Besuch.“
Rohr: „Dann benehme ich mich rostig.“
Der Besucher muss kurz lächeln, obwohl die Welt traurig aussieht.
Besucher: „Warum habt ihr die Erde so krank werden lassen?“
Die beiden Mitarbeiter werden still. Nur die Maschinen brummen weiter.
Mitarbeiter 1: „Weil viele dachten, Natur wäre immer da.“
Mitarbeiter 2: „Weil Arbeit wichtiger wurde als Leben.“
Mitarbeiter 1: „Weil Wasser selbstverständlich war.“
Mitarbeiter 2: „Weil Bäume im Weg standen.“
Besucher: „Im Weg wofür?“
Mitarbeiter 2: „Für Parkplätze.“
Besucher: „Und die Wiesen?“
Mitarbeiter 1: „Für Lagerhallen.“
Besucher: „Und die Flüsse?“
Mitarbeiter 2: „Für Rohre.“
Der Besucher schaut zur Erde hinunter.
Besucher: „Das klingt nicht wie Fortschritt.“
Erde: „Es fühlte sich auch nicht so an.“
Eine kleine Pause entsteht. Sogar die Maschinen brummen etwas leiser, als würden sie zuhören.
Besucher: „Ist die Erde noch heilbar?“
Mitarbeiter 1 atmet tief durch seine Maske.
Mitarbeiter 1: „Nicht schnell. Nicht einfach. Und nicht mit schönen Worten allein.“
Besucher: „Aber vielleicht?“
Mitarbeiter 2: „Vielleicht.“
Besucher: „Was müsste passieren?“
Mitarbeiter 1: „Menschen müssten aufhören, immer nur zu nehmen.“
Mitarbeiter 2: „Sie müssten wieder pflanzen, schützen, sparen und zuhören.“
Besucher: „Zuhören wem?“
Die Erde hebt ihre Stimme ein kleines bisschen.
Erde: „Mir.“
Der Besucher nickt langsam.
Besucher: „Und wenn niemand anfängt?“
Mitarbeiter 1: „Dann bleibt alles grau.“
Besucher: „Und wenn einer anfängt?“
Mitarbeiter 2: „Dann wird es vielleicht ein kleiner grüner Punkt.“
Besucher: „Nur ein Punkt?“
Mitarbeiter 2: „Jeder Wald fängt klein an.“
Der Besucher öffnet seine Mondtasche. Darin liegt ein kleines Glas mit etwas leuchtender Erde vom Mond und ein winziger Samen.
Mitarbeiter 1: „Was ist das?“
Besucher: „Ein Anfang.“
Mitarbeiter 2: „Ein Samen?“
Besucher: „Ja.“
Mitarbeiter 1: „Hier wächst nichts mehr.“
Besucher: „Vielleicht nicht sofort.“
Der Besucher kniet sich hin. Er kratzt vorsichtig den Staub zur Seite. Darunter ist die Erde hart, trocken und rissig.
Erde: „Das kitzelt.“
Besucher: „Entschuldigung.“
Erde: „Nein… mach weiter.“
Mitarbeiter 1 und Mitarbeiter 2 schauen sich an. Zum ersten Mal wirken sie nicht nur müde, sondern auch unsicher. Und ein bisschen neugierig.
Mitarbeiter 2: „Wir haben kein Wasser.“
Besucher: „Dann suchen wir welches.“
Mitarbeiter 1: „Das dauert vier Wochen.“
Besucher: „Dann warten wir nicht auf ein Formular. Wir sammeln Tropfen.“
Mitarbeiter 2: „Tropfen sind zu klein.“
Besucher: „Viele Tropfen sind ein Anfang.“
Die graue Wolke schwebt näher heran.
Wolke: „Ich könnte vielleicht… ein bisschen.“
Mitarbeiter 1: „Du kannst regnen?“
Wolke: „Nicht viel. Aber ich erinnere mich daran.“
Die Wolke zittert. Ein einziger kleiner Tropfen fällt herunter und landet neben dem Samen.
Plitsch.
Alle starren auf den Tropfen.
Mitarbeiter 2: „Das war Wasser.“
Besucher: „Ja.“
Mitarbeiter 1: „Echtes Wasser.“
Erde: „Ich habe es gespürt.“
Das alte Schild am Werkstor knarrt.
Schild: „Natur geschlossen – wegen Überarbeitung.“
Der Besucher wischt mit dem Ärmel den Staub vom Schild.
Besucher: „Das klingt endgültig.“
Mitarbeiter 2: „War es früher auch.“
Besucher: „Dann ändern wir es.“
Mitarbeiter 1 nimmt einen Stift aus der Tasche. Der Stift ist fast leer, aber noch nicht ganz.
Mitarbeiter 1: „Was sollen wir schreiben?“
Der Besucher lächelt.
Besucher: „Wiedereröffnung möglich.“
Mitarbeiter 1 schreibt langsam unter das alte Schild:
„Wiedereröffnung möglich.“
Die Erde atmet leise. Es klingt noch immer müde, aber nicht mehr ganz hoffnungslos.
Erde: „Danke.“
Besucher: „Ich gehe noch nicht zurück zum Mond.“
Mitarbeiter 2: „Warum nicht?“
Besucher: „Weil ich wissen will, ob aus diesem Samen etwas wird.“
Mitarbeiter 1: „Und wenn er nicht wächst?“
Besucher: „Dann pflanzen wir den nächsten.“
Mitarbeiter 2: „Und wenn der auch nicht wächst?“
Besucher: „Dann lernen wir, warum.“
Mitarbeiter 1 schaut zum grauen Himmel. Mitarbeiter 2 schaut auf den kleinen Samen. Die Wolke versucht, nicht wieder nach Schornstein zu riechen.
Mitarbeiter 1: „Vielleicht ist die Erde nicht ganz verloren.“
Mitarbeiter 2: „Vielleicht ist sie nur sehr müde.“
Erde: „Sehr müde. Aber ich höre euch.“
Der Besucher legt seine Hand auf den Boden.
Besucher: „Dann hören wir jetzt auch dich.“
Ganz langsam wird es stiller. Nicht perfekt. Nicht sauber. Nicht heil.
Aber irgendwo unter dem Staub liegt ein Samen.
Und manchmal beginnt Hoffnung genau dort, wo vorher nur Grau war.
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Kaputte Zukunft – aber Wiedereröffnung möglich
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BY 🄵🄰🄲🄲🄸🄾
(Nr. 260130-1123)
Gezeichnet: 30-01-2026